SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

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Informationen zum Thema Schmerz und Schmerztherapie

COCCYGODYNIE
weitere Suchbegriffe: Coccygodynia, Schmerz / Schmerzen im Steißbereich

Die Coccygodynie (lat.: Coccygodynia) bezeichnet Schmerzen im Steißbereich.

Der Stei ß bzw. das Ste ißbein bildet das untere Ende der Wirbelsäu le. Es besteht aus aus einer Sy nostose (= knöcherne Versch melzung) von drei bis fünf verkümmerten Wir beln.
Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich beim Ste ißbein um den rückgebildeten körpernahen Teil des Schwanzskeletts.

Diese Schmerzerkrankung kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Häufig besteht eine Coccygodynie über Jahre hinweg (chronische Coccygodynie).

Die rektale (= durch den Enddarm durchgeführte) Untersuchung zeigt bei einer Coccygodynie im Steißbereich eine örtliche Sch merzempfindlichkeit, selten eine deutliche Hyper mobilität (= gesteigerte Bew eglichkeit).
Eine operative Entfernung des Steißbei
ns wird zwar häufiger empfohlen, ist aber nur in seltensten Fällen notwendig.

Eine Coccygodynie (Schmerz im Steißbereich) tritt vor allem beim Sitzen auf und kann verschiedene Ursachen haben:

Die genannten Ursachen führen i.d.R. zu einer unspezifischen Entzündung der Knochenhaut (Periostitis) des S teißbei ns, nicht selten auch in Kombination mit dem Knochen gewebe (Ostitis bzw. Osteitis).

Zur Behandlung der Coccygodynie (chronische) hat sich insbesondere die therapeutische Lokalanästhesie (= Behand lung mit einem ör tlichen Betäubungsm ittel bzw. Lokalanästhetika) sehr bewährt.
Die unteren sakralen
(= dem Kreuzbein entstammenden)
Nervenwurzel n ((4)+5) bilden zusammen mit den ebenfalls paarigen Nervenwurzeln (1-3) des Ste beins den sog. Plexus coccygeus (= Nervengeflecht des Ste ißbeins). Zur Therapie werden deshalb dicht neben dem unteren Kreuz- und Ste bein wiederholt (stationär 2xTgl, auch am Wochenende) großzügige Infiltrationen mit dem örtlichen Betäubungsmittel durchgeführt. Ein Kontakt der Kanülenspitze mit den Knochen ist dabei zu vermeiden, weil dies sehr schmerzhaft sein kann.

Falls diese Maßnahme nicht ausreicht bieten sich zur Behandlung einer Coccygodynie wiederholte Sakr alblockaden (Kau dal-Blockaden) an.
Dabei handelt es sich um eine sog. rückenmarknahe Betäubung, die über einen kleinen Spalt im K reuzbein (Sakralkanal) durchgeführt wird. In hartnäckigen Fällen kann diese Betäubung auch vorübergehende (z.B. 10-14 Tage lanh) kontinuierlich mit einem eingepflanzten Kunststoffschlauch (Katheter *) erfolgen, sofern dieser wegen der der Gefahr einer Infektion
(= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien) (Nähe zum Enddar m!) seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung weggeführt wird. Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel kann die rückenmarknahe Blockade / Betäubung auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Schließlich wird man sich bei einer hartnäckigen und heftige Coccygodynie zu einer vorübergehenden, kontinuierlichen, lumbalen
(= den
Lenden bereich betreffenden) epiduralen Blockade mit Katheter entschließen. Diese Methode hat gegenüber der oben beschriebenen, kon tinuierlichen kau dalen Blockade den Vor teil, daß der eingepflanzte Kat heter länger im Kör per belassen werden kann, da das Risiko einer Infektion (= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien) hier geringer ist.

Dass die schmerz lindernde Wir kung i.d.R. über die eigentliche Behand lungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zu rückzuführen, daß bei dieser Blockadebehand lung auch die sog. vegetativen Ner ven betroffen sind, woraus eine sehr deu tliche Durch b lutungssteigerung resul tiert. Dies ist der Grun d, warum diese Behand lungsmethode besonders bei Schmer zen, die auf eine verminderte Blu tversorgung, auf en tzündliche oder auch degenerat ive Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist. Nach neueren Erkenn tnissen vermag eine solche intensive Bloc kadebehandlung auch das sog. Schmerzgedäch tnis zu löschen.

Wie oben schon ausgeführt liegt einer Coccygodynie meist eine entzündliche Reaktion der Knochenhau t zug runde. Unter opt imalen Durchblutungsbed ingungen heilt diese aber sicher aus. Daß Lokalanäst hetika (= örtliche Betäubungsm ittel) auch en tzündungshemmend wirken, ist zwischenzeit lich wissenschaftlich erw iesen. Wenn Sie mehr darüber er fahren wollen, so klicken Sie hier.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kun s tstoffschlauch vorübergehend dicht an Ner vengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Ei n pflanzung erfolgt durch eine han delsübliche Kan ü le hindurch, es muß also nicht „aufgesch nitten“ werden. In der Fol ge wird über diesen Kathe ter mehrmals täglich, jeweils nach Abk l ingen der voran gegangenen Dos is, das Lokalanäst het ikum (= ör tliche Betäubungsm ittel) völlig schmerzlos nachgespri tzt. In bestimmten Fällen kann zur Vera breichung des örtlichen Betäu bungsm ittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pum  pe angesch lossen werden.

Bei einer Coccygodynie (chronische) sind hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Besteht die Coccygodynie längerfristig, ist im Rahmen einer psychologischen Begleitbehandlung auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

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Aktualisiert:>22.09.2009</> a&bl90-
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